Jahresbericht des Präsidenten der WBL

Berichtszeitraum November 1995 bis Oktober 1996

 

Hinter uns liegt ein außerordentlich arbeitsreiches, insgesamt aber auch sehr erfolgreiches Jahr, wenn man es an unserem Ziel mißt, die WBL als gleichberechtigtes, angesehenes Forschungssystem mit einem eigenen spezifischen Profil in der deutschen Wissenschaftslandschaft zu etablieren. Dabei ging und geht auch weiterhin darum, für Wissenschaft und Öffentlichkeit, für Politik und Verwaltung als kompetenter Ansprechpartner für die großen nationalen Fragen in Wissenschaft und Forschung und deren Umfeld begriffen zu werden. Es geht darum, erkennbar zu machen, daß dieses Forschungssystem, mit seinen 83 Instituten und einem, vom Steuerzahler getragenen, jährlichen Finanzaufwand von ca. 1,3 Mrd. DM für die institutionelle Förderung einen unverzichtbaren Forschungsbeitrag für den Standort Deutschland leistet und daß es dies effizient und auf national wie international anerkannt hohem Niveau t

Ich freue mich, hier vermelden zu können, daß wir seit dem 24. März d. J. als Wissenschaftsgemeinschaft Blaue Liste e.V. beim Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg eingetragen sind. - Auch wenn sich, ich erwähne dies gleich an so prominenter Stelle, unser Name zunehmend als ein gewisses Handicap erweist. Dies mag für manchen banal klingen, doch erleben wir ja alle immer wieder die peinlichen Augenblicke, wo auch wohlmeinende Kollegen oder Politiker öffentlich ins Stottern geraten, wenn sie über uns reden oder uns vorstellen wollen: die immer noch sogenannte ’Blaue Liste’ - in Anführungszeichen - oder noch scheußlicher the so called ‘Blue List’. Wir haben es in der Hand diese eigentlich triviale Randbedingung deutlich zu verbessern. Wäre nicht Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) doch ein geeigneter Namenspatron gerade angesichts unseres spezifischen Platzes im Forschungssystem, den er so trefflich mit den Worten beschrieb: „Man muß gleich anfangs dass Werk der Wissenschaft auf Nutzen richten, sonst wird die Regierung ihre Hand zurückziehen; denn reale Ministri werden unnützer Curiositäten bald überdrüssig und rathen keinem großen Fürsten, viel Staat damit zu machen“. Ich verdanke dieses Zitat übrigens dem Kollegen Petzow aus der Max-Planck-Gesellschaft, der anläßlich von Warlimonts Geburtstagsfeier am IFW in Dresden öffentlich über den Namen WBL sinniert

Natürlich muß sich unsere gemeinsame Anstrengung in aller erster Linie auf eine exzellente inhaltliche Arbeit jedes einzelnen der inzwischen 76 Mitgliedsinstitute ebenso stützen können wie auf die Solidarität aller Institutsleitungen mit dem Gesamtsystem WBL. Nur aus dieser Solidarität und aus diesem Gemeinschaftswillen heraus wird sich zunehmend die inhaltliche Entwicklung ergeben können, die von uns erwartet wird, die synergetische Möglichkeiten nutzt und zur Bündelung knapper Forschungsressourcen beiträgt. Nur so wird es schließlich möglich sein, in Zeiten immer engerer öffentlicher Haushalte zur Stärkung des deutschen Forschungssystems insgesamt beizutragen und dabei auch das für die WBL verfügbare Finanzvolumen zu halten und langfristig auszubauen. Ich betone die Notwendigkeit zur Solidarität hier ganz bewußt, weil gerade die Diskussionen der letzten Wochen immer wieder zentrifugale Tendenzen in der WBL zu Tage gebracht haben. Wir können uns das einfach nicht leisten! Gerade in diesen Zeiten des Umbruchs, der ‘Innovation’ unseres gesamten Forschungssystem und der Verteilungskämpfe um die immer enger werdenden Forschungsbudgets ist dies besonders gefährlich, - für die WBL insgesamt aber insbesondere auch für jedes einzelne Institut. Solche zentrifugalen Kräfte basieren auf der vor ein paar Jahren vielleicht noch realistischen, heute aber irrigen Annahme, man könne als Einzelkämpfer oder als kleine, fachspezifische Schutz- und Trutz-Gruppe von Instituten weiterhin angenehm in einer Nische überleben. Ich möchte hierzu die vielleicht etwas saloppe, aber den Kern der Dinge treffende Äußerung eines hochrangigen Bonner Ministerialbeamten zitieren: „Einzeln rasieren wir die Institute viel leichter“

Lassen Sie mich nach diesen allgemeinen Vorbemerkungen nun auf das Wie und Wo der Arbeit Ihrer gewählten Vertreter eingehen und sodann eine gewisse Bilanz ziehen. Dies muß schon aus Zeitgründen ein zwangsläufig unvollständiger Bericht sein, der sich auf die zentralen Aspekte unseres Tuns konzentriert. Ich beziehe dabei Präsidium und Geschäftsstelle ausdrücklich ein, überlasse es aber dem nachfolgenden Bericht der Geschäftsführerin ihre speziellen Aspekte zu erläutern. Erwähnt sei jedoch, was Frau Vierkorn-Rudolph bescheiden auslassen wird: ihr unglaubliches persönliches Engagement, das nicht nur weit über die 40 Stundenwoche hinausgeht sondern auch über das, was man billigerweise von einer leitenden Angestellten erwarten kann. Häufig ist es ein 16 Stunden Tag, den sie wohl kaum auf Dauer wird durchhalten können. Außerordentlich vorteilhaft erweist sich dabei ihre hervorragende Kenntnis der ‘Bonner Szene’ und ihr Geschick bem Öffnen vieler wichtiger Türen in den Bundes- und Länderministeri

Ich persönlich habe dieses vergangene Jahr überwiegend als durch gelegentlich von Augenblicken der Institutsarbeit und wenigen familiären Ruhepausen unterbrochenes Denken, Schreiben, Sprechen und Repräsentieren für die WBL wahrgenommen. Meine Liste der wichtigsten Aktivitäten, die Sie hier als Anlage 1 finden, umfaßt schon allein über 40 Reisetage für die WBL, also fast 2 Arbeitsmonate. Eine große Zahl weiterer Termine ließen sich dadurch etwas erträglicher gestalten, daß Berlin für viele wichtige Ansprechpartner in steigendem Maße wieder eine Reise wert i

Ich habe gelernt, daß diese Termine, die Reisen und die Präsenz auf Veranstaltungen (deren Besuch ich mir früher nie auferlegt hätte) wichtig für die WBL sind. Gerade die am Rande von Veranstaltungen mit Multiplikatoren und Entscheidungsträgern geführten Gespräche, die im einzelnen zwar oft wenig bedeutsam erscheinen, mehren in ihrer Summe die Wahrnehmung von der WBL und führen zu einem wachsenden Problembewußtsein für ihre Belange und Bedeutung. Und wenn der Präsident der WBL bei der einen oder anderen Veranstaltung einmal nicht anwesend sein konnte, dann folgten häufig die besorgten Rückrufe zur Aufklärung des Warum und Wie. Dies zeigt schon ganz deutlich, daß wir auf dem Wege sind, ernst- und wahrgenommen zu werd

Bei den offiziellen Gesprächen wurde der Präsident der WBL in der Regel von der Geschäftsführerin begleitet, z.T. auch zusätzlich vom wiss. und/oder adm. Vizepräsidente

Zu Beginn des Jahres 1996 konnten wir im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF), zunächst mit den Staatssekretären Schaumann und Ziller sprechen. Dabei ging es um die Weiterentwicklung der WBL, um Haushaltsflexibilisierung und um die laufende Bewertung durch den Wissenschaftsrat. Erörtert wurden auch die Probleme, die bei einem Ausscheiden von Instituten aus der gemeinsamen Finanzierung durch Bund und Länder nach einer negativen Evaluierung entstehen. Mir lag vor allem auch daran, deutlich zu machen, daß Kürzungen und eventuelle Schließungen nicht zu einer Reduktion des Gesamtplafonds (1.3 Mrd. DM) der WBL führen dürfen, wie dies häufig befürchtet wird. Auch in der Presse hat es hierzu eine Reihe von z.T. sehr unglücklichen Darstellungen gegeben, die es zu korrigieren galt. Die ggf. frei werdenden Mittel, dies war mein Petitum, müssen genutzt werden, um die von allen Beobachtern und Wissenschaftspolitikern immer wieder angemahnte Flexibilität des Forschungssystems wiederherzustellen und Neuaufnahmen zu ermöglichen (sog. Omnibusprinzip). StS Schaumann unterstützte diese Forderung mit Nachdruck und versprach sich öffentlich entsprechend zu äuße

Ich bin bei diesen Gesprächen, in der Folge auch bei der BLK und wo immer sich die Gelegenheit bot, mit Entscheidungsträgern zu sprechen, nicht müde geworden, gerade diesen Aspekt immer wieder hochzuhalten. Auch der Hinweis auf ggf. lange Übergangszeiten bei der Beendigung der gemeinsamen Förderung, sollte die Entscheidungsgremien in Bund- und Ländern, gebündelt in der BLK, nicht davon abhalten, konkrete Neuaufnahmeverfahren jetzt zumindest durch entsprechende Beschlüsse vorzubereiten, so daß die freigesetzten Mittel Zug um Zug entsprechend genutzt werden und für die Finanzministerien in Bund und Ländern gar nicht erst als möglicherweise disponibel in Erscheinung treten. Schließlich müssen Instrumente gefunden werden, die auch positive Empfehlungen des Wissenschaftsrats (z.B. Mittelsteigerungen für spezielle Aufgaben) ermöglich

Von dem für die WBL zuständigen Abteilungsleiter im BMBF, Herrn MinDir Friedrich, und dem Leiter des zuständigen Betreuungsreferats, Herrn MinRat Schacker, wurde erstmals ein Entwicklungsfond für die WBL ins Gespräch gebracht, der für die wettbewerbliche Vergabe von Mitteln, wie sie im Ministerpräsidentenbeschluß zu den Finanzströmen mittelfristig gefordert wird, aber auch für Querschnittsaufgaben der WBL, wie Nachwuchsförderung, internationale Kooperation u.ä. eingesetzt werden könnte. Als möglicher Verwalter solcher Mittel wurde von Seiten des BMBF für eine Übergangszeit die DFG erwogen. Wir haben schon in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß dafür nach unserer Meinung ein gesonderter Fond erforderlich sei, den zu verwalten die DFG in der Vergangenheit stets abgelehnt hat

Wir wurden auch darauf hingewiesen, daß der BMBF (wie übrigens auch andere Bundesressorts, die BLK, der Wissenschaftsrat, Länderministerien etc.) von der Geschäftsstelle eine rasche Information über wissenschaftspolitisch bedeutsame Daten der WBL erwarte. Hierzu gehören - wie sich in der Folge herausstellte - eine Vielzahl von Dienstleistungen, die von der WBL und ihrer Geschäftsstelle geleistet werden sollen: Personalstatistiken, Informationen über Drittmitteleinwerbung, über Frauen in der WBL, Patentaktivitäten, internationale Kooperationen, EU-Beteiligung u.v.a.m. Es ist uns bewußt, daß das kontinuierliche Abfragen solcher Daten von vielen Instituten als lästige Unterbrechung der eigentlichen Arbeit gesehen wird. Ich möchte aber zu bedenken geben, daß wir als öffentlich geförderte, vom Steuerzahler getragene Einrichtungen unzweifelhaft eine umfassende Informationspflicht haben, daß Wissenschaft in Politik und Öffentlichkeit z.Zt. ohnedies einen viel zu geringen Stellenwert besitzt, und daß speziell das Wissen um die Aufgaben und Strukturen von WBL-Einrichtungen nur mangelhaft verbreitet is

Am Beispiel der internationalen Kooperation, wo im BMBF noch im Frühjahr die Auffassung herrschte, da gäbe es bei der WBL fast nichts, zeigt sich der Erfolg unserer Bemühungen: Aufbauend auf der von der Geschäftsstelle zusammengestellten, wegen mangelnder Zuarbeit leider immer noch unvollständigen Gesamtübersicht, konnte diese Scheinwahrnehmung recht bald als irrig widerlegt werden. Inzwischen lobt StS Schaumann öffentlich die gute internationale Zusammenarbeit der WBL-Einrichtungen. Ähnlich verhält es sich wohl mit der Drittmitteleinwerbung, bei der wir bislang von vielen Beobachtern in der Wissenschaftslandschaft als wenig aktiv oder vorwiegend an den Projektmitteln der Ressortforschung partizipierend verstanden werden. Eine gut aufgearbeitete, und kritisch hinterfragte Dokumentation ist daher auch hier extrem wichtig (s. erste Übersicht Anlage 2). Gerade die Leitliniendiskussion beleuchtet diesen Aspekt ja mit harten Schlaglichter

Nachgefragt wurde unsere Präsentation im Internet, die inzwischen in vorbildlicher und pragmatischer Weise von Herrn Deplanque und dem FIZ-Chemie realisiert wurde. Dafür unser herzlicher Dank. - Es sei mir der Hinweis erlaubt, daß z.Zt. nur etwa 60% unserer Institute über einen eigenen WWW-Server im Internet verfügen, der dann auch automatisch mit der WBL-Darstellung aktiv verbunden wird. Ich möchte allen noch abseits Stehenden dringend empfehlen, dieses zukunftsweisende Medium unbedingt in ihre Palette der Werbemittel rasch aufzunehmen. Auch einzelne Mitglieder der Begehungskommissionen des Wissenschaftsrats informieren sich gerne zunächst auf diese Weise über ein Institut. - Ein weitere Bitte: für die WBL-interne Kommunikation wäre es außerordentlich hilfreich, wenn alle Institutsleitungen über Email erreichbar wären. Dies ist leider nur teilweise der Fall und oft von Zufälligkeiten geprägt. Eine rasche Information über aktuelle Entwicklungen ist dann leichter möglich, ebenso wie eine breite Diskussion offener Themen in der am WWW-Server eingerichteten Diskussionsgrupp

Ein zentrales Thema dieser Gespräche war die von der WBL so nachdrücklich geforderte Flexibilisierung der Haushalte für die WBL-Institute. Das BMBF wies darauf hin, daß angestrebt werde, bei der WBL die gleichen Regelungen einzuführen, wie sie bei den HGF-Zentren bereits gültig sind, ja daß von der Leitung des Hauses sogar noch weitergehende Überlegungen angestellt würden, die bis hin zur vollständigen Globalisierung der Haushalte reichten. Die Finanzminister müßten allerdings noch davon überzeugt werden, wobei die Beschlüsse des Bundeskabinetts zur Verringerung des Verwaltungsaufwands eine unwiderspechbare Basis bildeten. Ein weiteres Thema war die Drittmittelbesteuerung. An der Veränderung dieser für manche Institute bedrohlich gewordenen Gesetzeslage haben sich neben den hauptsächlich betroffenen Großforschungseinrichtungen auch die Gremien der WBL, insbesondere durch Herrn Heydrich (IfO) intensiv beteiligt. Das BMBF informierte über seine Aktivitäten zur Änderung des § 68 der Abgabeordnung. Die Änderung dieses Paragraphen ist, wie Sie wissen, inzwischen Bestandteil des Jahressteuergesetz

Gegenüber dem Generalsekretär der Bund Länder Kommission (BLK), MinDir Schlegel, und Mitarbeitern der BLK-Geschäftsstelle wurden von uns diese Themen ebenfalls zur Sprache gebracht. Dort fand auch unser Anliegen nach verstärkter Einbeziehung der WBL in die Förderung durch das HSP III und raschen Beginn der Maßnahmen Gehör. Das HSP III beginnt in diesen Wochen inzwischen auch in den neuen Bundesländern. Insgesamt entwickelt sich das Verhältnis der WBL zur BLK sich weiterhin konstruktiv. Eine rege Zusammenarbeit auf Arbeitsebene hat sich etabliert. Der etwas schwierigere Kontakt der WBL-Repräsentanten zu den Ländern (es gibt ja weit über 16 Ansprechpartner), wird durch die BLK in hilfreicher Weise gefördert. Parallel hierzu haben wir viele formelle und informelle Gelegenheiten genutzt, unsere Anliegen den Ländern nahezubringen. Wegen des erforderlichen Zeitaufwandes bereist und berät jedes Präsidiumsmitglied zunächst einmal die ihm geographisch nächsten Länderministerien. Für den Präsidenten waren dies im abgelaufenen Jahr naturgemäß die Berliner und Brandenburger Verwaltungen und Politiker, zu denen ein sehr guter Kontakt besteht. Die Grußadresse von Ministerpräsident Stolpe sowie die angekündigte Teilnahme von Minister Reiche und weiterer hochrangiger Politiker und Verwaltungsbeamter aus verschiedenen Bundesländern bei unserem heutigen Festakt verdeutlichen die Erfolg dieser Anstrengung

Ein zentrales Element der Tätigkeit des Präsidiums und des Präsidenten ist die Begleitung und Beobachtung des laufenden Bewertungsverfahren der WBL-Einrichtungen durch den Wissenschaftsrat. Der Präsident und ein weiteres Mitglied des Präsidiums bzw. ein Vertreter (Hoffmann/ Scheich) haben Gaststatus im Ausschuß Blaue Liste des Wissenschaftsrats. Bei jeder Begehung eines Instituts der WBL ist der jeweilige Sektionssprecher oder sein Stellvertreter ebenfalls als Gast anwesend. Alle damit verbundenen Vorgänge werden kontinuierlich im Präsidium erörtert und auf ihre Fairneß und Angemessenheit hinterfragt. Auch die Sektionskonferenzen beraten stets das Thema Evaluierung. Inzwischen dürfte wohl jedes WBL-Institut den Rahmen und die Praxis des Verfahrens bestens kennen und die Institutsleitungen können sich durch persönliche Gespräche mit den Präsidiumsmitgliedern weiter informieren. Ich möchte vermuten, daß das ohnehin außerordentlich transparente Verfahren durch diese ständige Beobachtung eine zusätzliche Komponente der Ausgewogenheit erhält. Unsere bisherige Wahrnehmung des Verfahrensverläufe und ihrer Ergebebnisse bietet jedenfalls Anlaß das hohe Verantwortungsbewußtsein aller Beteiligten zu würdigen und erlaubt nicht, an einem fairen Verfahren zu zweifeln. Die gelegentlich vorgetragene Kritik, der Wissenschaftsrat achte zu sehr auf wissenschaftliche Qualität und solle mehr die gesamtstaatliche Bedeutung und die Praxisnähe wichten, kann nur mit größter Zurückhaltung aufgenommen werden: ein Forschungsinstitut oder eine Serviceeinrichtung für die Forschung kann seine gesamtstaatliche Aufgabe nur dann effizient, effektiv und qualitätvoll wahrnehmen, wenn die wissenschaftliche Qualität gesichert ist. Gleiches gilt auch für die wissenschaftliche Politikberatung oder für die produktorientierte Anwendungsforschung. Ich habe keinerlei Anzeichen in den bisher im Ausschuß vorgetragenen Bewertungen dafür wahrgenommen, daß Praxisnähe oder Anwendungsorientiertheit negativ bewertet würden. Wir haben auch stets Gelegenheit erhalten, unsere Positionen zu diesen generellen oder spezifischen Fragen im Ausschuß zu artikulieren. Der Ausschuß hat seinerseits sehr rasch ein gutes Verständnis von den genuinen Aufgaben und Rahmenbedingungen der WBL-Einrichtungen gewonnen und versucht diese konstruktiv weiter mitzugestalten (z.B. Hinweise zu den wissenschaftlichen Beiräten). Sofern wir also nicht eindeutige Verfahrensmängel oder systematische Probleme der Bewertungspraxis erkennen, steht es den offiziellen Beobachtern aus der WBL nicht zu, fachbezogene, wissenschaftliche Aussagen der Bewertungsgruppen zu einzelnen Instituten in irgendeiner Weise zu kommentieren oder gar Wissenschaftsratsbeschlüsse öffentlich zu kritisier

Hingegen hat der Präsident sich verschiedentlich massiv in Wort und Schrift dafür eingesetzt, daß das laufende Verfahren grundsätzlich stringent einzuhalten sei. So habe ich z.B. bei den zuständigen Landes- und Bundesministern und beim WR protestiert, als das Bundesfinanzministerium den Versuch unternahm, das Herder Institut ohne Angabe von inhaltlichen Gründen und in Abweichung von einem erst wenige Jahre alten Wissenschaftsratsvotum zu schließen. Als Erfolg einer Summe solcher Proteste (nicht nur des meinen), wurde dieser Eingriff verhindert und die WR-Evaluierung termingemäß angesetzt. Auch bei diversen, unüberschaubaren Kürzungsbeschlüssen, Haushaltsperren und sonstigen finanziellen Willkürmaßnahmen, wie etwa jüngst in Nordrhein-Westfalen, verwende ich mich nachdrücklich an höchster politischer Stelle: Präsident und Präsidium der WBL werden dabei in zunehmendem Maße gehört und als legitime Sprecher für das Gesamtwohl des Forschungssystems akzeptiert. Lassen Sie es mich bitte wissen, wenn Sie glauben, der Präsident der WBL könne Ihrem Institut in irgendeiner Weise helfen. Ein Erfolg im Einzelfall wird uns dabei um so eher beschieden sein, je geschlossener die WBL auftritt und mit einer Stimme spricht, je flexibler sie sich erweist und je deutlicher ihr qualitatives Profil wird. Im Augenblick stehen wir angesichts der bisherigen Bewertungsergebnisse, die Sie ja alle kennen, noch etwas zwiespältig da. Hoffen wir gemeinsam, daß die nächsten Runden besser ausfall

So schwerwiegend und bedauerlich die Empfehlungen des Wissenschaftsrats und die zu erwartenden, daraus abgeleiteten Beschlüsse der BLK für die negativ betroffenen Institute auch sein mögen: unser aller gemeinsames, vordringliches Anliegen muß es sein, daß die WBL als Ganze durch das Bewertungsverfahren des Wissenschaftsrats deutlich an Qualität und Profil gewinnt. Nach seinem Abschluß in 3,5 Jahren soll sie als stringent aber fair evaluierte Wissenschaftsorganisation mit ausschließlich exzellenten Instituten und dem Gütesiegel des Wissenschaftsrats in eine vielversprechende Zukunft blicken können. Diese konsequent vertretene Haltung hat uns inzwischen, dies kann an vielen Zeichen abgelesen werden, einiges an Achtung in der Wissenschaftslandschaft eingebracht. Im übrigen verweise ich auf ein Interview mit mir, das im Journal des Forschungsverbunds Berlin e.V. erscheint und hier als Vorabdruck ausgelegt wurd

Mit der Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Frau Schipanski, dem Generalsekretär, Herrn Benz, und Herrn Tegelbekkers wurde am 6. März 1996 über all diese Fragen und über den Stand der laufenden Bewertung der WBL-Institute intensiv gesprochen. Dabei konnten wir auch unsere Sorgen über vereinzelte tendenziöse Äußerungen von Gutachtern bei einer Begehung vortragen. Dies, so die Repräsentanten des Wissenschaftsrates, werde nicht mehr vorkommen. Unmißverständlich wurde uns versichert, daß der Wissenschaftsrat sich keineswegs als ‘Büttel’ der Finanzverwaltungen mißbrauchen lasse. Es gehe einzig und allein um die Qualität und Exzellenz der Forschungsarbeiten, nicht darum, ein wie auch immer geartetes Abbauziel zu verwirklichen. Frau Schipanski sagte zu, alle Gutachter nochmals darauf hinzuweisen, daß ihre Aufgabe ein Überprüfung der Qualität und der gesamtstaatlichen Bedeutung der Institute der WBL sei und eben nicht, die Anzahl der WBL-Institute zu reduzier

Auf meine Nachfrage betonte Frau Schipanksi auch, daß dringend ein Verfahren zur Neuaufnahme von Instituten eingeleitet werden müsse. Der Wissenschaftsrat bewertet derzeit auch weiterhin solche Institute, für die ein Neuaufnahmeantrag gestellt wurde. Unser Interesse muß es dabei sein, hierbei Qualität und Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft vor strukturpolitische Entscheidungselemente plazieren zu helf

Mit dem Wissenschaftsrat vereinbart wurde, daß die Geschäftsstelle der WBL in besonderen Fällen als „Clearingstelle“ fungieren möge, sofern sich im Einzelfall herausstellen sollte, daß etwa eine Gutachter-Befangenheit vermutet werden müsse oder andere Probleme im Vorfeld einer Begehung von den Institute wahrgenommen werden. Um Peinlichkeiten zu vermeiden, sollte man sich in einem solchen Fall aber an den Präsidenten der WBL oder an unsere Geschäftsstelle wenden, welche dann den Kontakt zur Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates aufnehmen wi

Vertreter des Wissenschaftsrats haben in diesem Gespräch und bei vielen anderen Gelegenheiten, so auch im Ausschuß Blaue Liste, immer wieder betont, daß der WR die umfassende Bewertung der WBL-Institute nur einmal vornehmen werde. Danach muß die WBL diese Aufgabe in die eigene Regie übernehm

Am 14. März 1996 wurde die Geschäftsstelle der WBL mit einer Pressekonferenz offiziell eröffnet. Präsident, wissenschaftlicher und administrativer Vizepräsident sowie die Geschäftsführerin nahmen daran teil. Es gab eine erfreulicher Resonanz in der Presse. Am Abend des 14. März wurde für die wichtigsten Ansprechpartner der WBL in Bonn und Köln - Mitglieder des Bundestagsausschusses für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Technologie und Technologiefolgenabschätzung, Bund-Länder-Kommission, Bundesministerien, Wissenschaftsrat - ein Empfang gegeben, bei dem auf Postern auch Forschungsarbeiten von WBL-Instituten vorgestellt wurden. Es dürfte dabei gelungen sein, ein überzeugendes Bild von den vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und Serviceleistungen der WBL zu vermitte

Um auf die besondere Situation der Institute der WBL in der Region Berlin-Brandenburg hinzuweisen, wurde am 26.04.1996 im Jagdschloß Glienicke in Potsdam eine gemeinsame Veranstaltung der Berlin-Brandenburgischen WBL-Institute durchgeführt. Bei dieser Veranstaltung konnte mit dem Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin, Herrn Radunski, und dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Brandenburg, Herrn Reiche, über die vielfältigen Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Hochschulen der Region diskutiert werden. Hier und in nachfolgenden Gesprächen festigte sich das Bekenntnis des Berliner Wissenschaftssenators zur Außeruniversitären Forschung und gipfelte in seiner Versicherung, auch angesichts extremer Finanznöte, in Zukunft darauf hinwirken zu wollen, daß in diesem Bereich keine weiteren Kürzungen vorgenommen werden, ehe nicht der Wissenschaftsrat die außeruniversitäre Forschungslandschaft in Berlin bis Ende 1998 umfassend evaluiert habe. Man wolle in Zukunft sachbezogen und nicht unter fiskalpolitischen Zwängen entscheiden. Leider fand ja die Vereinigung der beiden Länder Berlin und Brandenburg, für die sich alle 21 Institute der Region engagiert hatten, nicht statt. Dies hätte viele Entscheidungen und Entwicklungen in der Forschungspolitik auf rationalere Grundlagen stellen können und so manches wissenschaftspolitisch vernünftige durchsetzbar gemacht. Für eine dennoch gute weitere inhaltliche Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft bürgen jedoch die daran beteiligten Politiker und Verwaltungsbeamten, die ja z.T. bei der heutigen Festveranstaltung anwesend sein werde

Mit dem Präsidenten der DFG, Herrn Kollegen Frühwald, und dem Direktorium der DFG wurden die schon im Vorjahr begonnenen Gespräche zur Verbesserung der Antragssituation für WBL-Einrichtungen fortgesetzt. Nachdem Ende 1995 die bislang weitgehend rigide praktizierte Förderbeschränkung auf Projekte außerhalb der Hauptarbeitsgebiete zunächst für die 10 lebenswissenschaftlichen Institute der WBL in den neuen Bundesländern aufgehoben wurde (wegen deren besonderer Probleme mit dem auslaufenden ‘Verstärkungsfond’), war es konsequent, nunmehr über zusätzliche Öffnungsklauseln für alle WBL-Einrichtungen zu sprechen. Die DFG erkannte dabei an, daß sie eine wissenschaftspolitische Aufgabe auch für die WBL wahrzunehmen habe, da sie eben nicht nur Fördermittel, sondern effektiv auch Qualitätssiegel vergibt: Die Bewertungen des Wissenschaftsrats weisen der Drittmitteleinwerbung aus der DFG wegen des strengen, hoch kompetitiven Bewertungsverfahrens (30-45% Förderquote) eine besondere Bedeutung zu, und werten si weit höher als die Zuwendungen der Fachressorts von Bund und Ländern. Nachwuchswissenschaftler werden nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfolge bei der DFG-Förderung geschätzt und berufen e

Immer noch beschränkt auf Einrichtungen in den neuen Bundesländern, wurde als Ergebnis dieses Gespräches festgehalten, daß WBL-Institute künftig grundsätzlich bei hochschulnahen Projekten von der DFG gefördert werden können - eine schwierige, nicht endgültig befriedigende Definition und Situation für unsere Einrichtungen. Die aktuelle Entwicklung, die sich aus den Leitlinien des BMBF (s.u.) ergibt, hat sie inzwischen weitgehend überholt. Inzwischen spricht Herr Frühwald in aller Öffentlichkeit davon, daß die DFG keine den Hochschulen allein zugewandte Förderorganisation sei, sondern sozusagen zwischen Hochschule und außeruniversitärer Forschung positioniert sei, und - unter Verweis auf Innovationskollegs und Transferbereiche (letztere seien als ‘verlängerte Laborbänke’ zur Industrie gedacht) - sich gerade auch für die angewandte Forschung zunehmend öffn

Ich tendiere dazu, diese Entwicklung in der DFG für ernst und valide zu halten, auch wenn sie gewiß nicht von heute auf morgen den ganzen Gutachterstamm der DFG und alle Fachreferate durchdringen wird. Man möge sich aber daran erinnern, daß angewandte Forschung in den DFG-geförderten Ingenieurwissenschaften seit langem eine Selbstverständlichkeit ist. Um die von Hochschullehrern dominierten Gutachtergremien auf den neuen Kurs einzustimmen, bedarf es freilich angesichts der nach wie vor in den Hochschulen bestehenden, ja sich im Angesicht von Sparzwängen noch verstärkenden Antagonismen gegen die außeruniversitäre Forschung, eines hohen Maßes an Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen. Ich möchte dabei auf Herrn Frühwald vertrauen, würde mich aber wohler fühlen, wenn sich Wege fänden, eine stärkere Partizipation von Wissenschaftlern aus der außeruniversitären Forschung in den Gutachtergremien und Organen der DFG zu etablier

Ich bin inzwischen also mit diesem Bericht unversehens bei der Diskussion über die Leitlinien zur strategischen Orientierung der deutschen Forschungslandschaft des BMBF angekommen, welche die letzten 2 Monate voll beherrschte. Im folgenden sei versucht, die Chronologie der Ereignisse nachzuvollziehe

Ich persönlich wurde auf einer wissenschaftlichen Konferenz in Rostock am 8.7. von dem dringenden Wunsch von StS Dr. Schaumann überrascht, mit mir telefonisch sprechen zu wollen. Am gleichen Abend erfuhr die Geschäftsführerin aus dem BMBF erstmals von der Existenz eines Papiers zu den inzwischen bekannten Themen und hat mich sogleich darüber informiert. In Telefongesprächen mit Schaumann und Frühwald (beide sagten mir vertrauensvolle Konsultation bei der weiteren Behandlung zu) konnte ich ein wenig näheres erfahren. Am 9. oder 10. schließlich (nach Frühwald, Markl und Treusch) gelang es mir, eine Vorabversion des Papiers zu erhalten. Das Papier wurde in einer Pressekonferenz, an der auch unsere Geschäftsführerin teilnahm, von Minister Dr. Rüttgers am 11.7. vorgestellt. Was war zu tun? Sollten wir uns gegen mehr Wettbewerb artikulieren, gegen die Öffnung der DFG für die WBL, die wir so lange gefordert hatten, gegen Flexibilisierung der Haushalte, welche seit der 1. Mitgliederversammlung zu unseren Hauptanliegen zählte (ich erinnere bei dieser Gelegenheit daran, daß ich vor ungläubigem Publikum mehrfach darauf hingewiesen hatte, dies werde einen Preis haben)? Sollten wir dagegen sein, daß dieses Leitlinien den Versuch machen, endlich Bewegung in die Forschungslandschaft zu bringen, konkrete Vorschläge für die Umsetzung der lange auf dem Tisch liegenden Beschlußvorlage der Ministerpräsidenten zu den Bund-Länder-Finanzströmen unterbreitete? Dagegen protestieren, daß die MPG von möglichen Umwidmungen ihrer Haushalte ausgenommen wurde, ja im Gegenteil mit einer Aufstockung ihrer Etats rechnen kann (angesichts des jetzt nachzuholenden Aufbaus Ost, welchen die Blaue Liste gleich nach der Wende mit einer Verdopplung ihres Gesamtvolumens vollzogen hatte)? Hämisch die potentiell massiven Eingriffe in die Struktur der HGF kommentieren, deren Orientierungsfonds bewunde

Wir beschlossen, eine Pressemitteilung herauszugeben, damit die Stimme der WBL in dieser Angelegenheit überhaupt gehört werde, die spontan eine generelle Zustimmung signalisierte. Nur so, dies war unsere Überlegung, könnten wir die Entwicklung, die gewiß von uns nicht mehr zu verhindern sein würde, zumindest teilweise mitsteuern. Einzelne Elemente dieser Leitlinien hatten wir ja selbst nachdrücklich gewollt. Es galt, den Preis dafür so gering wie möglich zu halten und möglichen Schaden von den Instituten abzuwenden. Wir wiesen also gleichzeitig darauf hin, daß es auf die Umsetzung der Vorschläge ankomme, annehmend, daß nichts so heiß gegessen werde, wie es gekocht wurde. Diese Pressemitteilung und das Papier des BMBF „Innovationen durch mehr Flexibilität und Wettbewerb - Leitlinien zur strategischen Orientierung der deutschen Forschungslandschaft“ wurde allen Mitgliedsinstituten am 12.7.1996 zugeschickt. Mit einer Ausnahme erhielten wir von den Mitglieds-Instituten der WBL keinerlei Reaktio

In der Nachlese zur Pressekonferenz des BMBF, aber auch durch unsere eigene Pressemitteilung angeregt, haben verschiedene Journalisten mit mir und der Geschäftsführerin Kontakt aufgenommen. Wir konnten klarstellen, daß die WBL-Institute bereits seit einiger Zeit evaluiert werden und dies nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Abgabe von Mitteln an die DFG zu sehen sei; daß die WBL durchaus schon im Wettbewerb stehe, aber ein Mehr an Wettbewerb angesichts knapper werdender Forschungsmittel auch nicht scheue; daß über die Art der Vergabe im Wettbewerb freilich noch ausführlich zu diskutieren sei, und daß insbesondere die Länder umgehend in den Diskussionsprozess einzubeziehen seien, da sie uns ja einerseits zu 50 % mitfinanzierten, und andererseits federführend für die WBL-Institute zuständig seie

Die zahlreichen Kontaktgespräche, welche die Geschäftsführerin und verschiedene Präsidiumsmitglieder in der Folge führten, lassen sich in angemessener Kürze hier nicht wiedergeben. Vor allem ging es darum, baldmöglichst auch Repräsentanten der Länder in unsere Diskussion einzubind

In diese, noch von der Ferienzeit gekennzeichnete relative Ruhe fiel die Ankündigung des BMBF, umgehend eine Task Force auf ‘Arbeitsebene’ zur weiteren Diskussion über das Leitlinienpapier bilden zu wollen. Ich benannte in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Vizepräsidenten Frau Vierkorn-Rudolph und Herrn Lankeit als Vertreter der WBL, die sodann offiziell vom BMBF als Mitglieder der Task Force ernannt wurden. Noch vor der ersten Sitzung trafen sich spontan und kurzfristig am 5.8.1996 in Berlin Lankeit, Grunow, Neumann, Fabich, Vierkorn-Rudolph und Jost vom MDC als Vertreter der HGF. Diskutiert wurde, ob und wo es Möglichkeiten für eine Ablehnung der Vorschläge des BMBF gäbe. Inzwischen hatten auch Lankeit und Grunow eine Reihe von Gesprächen mit Landesvertretern, Betreuungsreferaten des BMBF etc. geführt, die nach einhelliger Überzeugung ergaben, daß eine Mittelumwidmung nicht zu vermeiden sei und daß es jetzt darauf ankomme, daß sich die WBL konstruktiv in die Gespräche einbringe, um in der Ausgestaltung überhaupt mitreden zu könn

Die Stimme der WBL wird inzwischen gehört, man diskutiert mit uns, fragt uns, bemüht sich zunehmend um Abstimmung. Noch vor zwei Jahren, so wage ich zu behaupten, hätte man einfach vollzogen. Ich erinnere auch an Stimmen auf unserer letzten Mitgliederversammlung, die Kürzungen unserer Haushalte für 1996 in 10% Höhe vorhersagten (ohne irgendwelche Kompensationen, ohne Haushaltsflexibilisierung, ohne Verwaltungsvereinfachung

Nach meiner Rückkehr aus einem kurzen Urlaub berief ich ad hoc zum 13.8.1996 eine Sitzung mit verschiedenen Mitgliedern des Präsidiums ein, insbesondere aus dem Berliner Raum, um rasch zu einer Meinungsbildung über das weitere Vorgehen des Präsidiums der WBL zu kommen und die Geschäftsführerin für die am nächsten Tag stattfindende 1. Sitzung der Task Force zu instruieren. Auf dieser Sitzung wurde beschlossen, daß das Präsidium der WBL ein Papier erarbeiten solle, in dem unsere Position zu den Leitlinien dargelegt würde. In Stichpunkten: Begrüßung der Vorschläge zur Flexibilisierung, Zustimmung zum Zuweisungsverfahren, prinzipielle Zustimmung zu mehr Wettbewerb, aber Forderung nach einer Vergabe in eigener Regie, evtl. nach einer Anlaufphase mit einem speziellen Fond bei der D

Dieses Papier wurde zwischen mir, dem wissenschaftlichen Vizepräsidenten, der Geschäftsführerin und dem administrativen Vizepräsidenten erarbeitet -wobei auch der Kontakt zur DFG gehalten wurde, um dort nach Möglichkeit sensitive Punkte zu vermeiden (dabei stießen wir auf entschlossene Ablehnung jeglicher Spezialfonds in der Verwaltung der DFG auch für eine Übergangszeit). Am 26.08.1996 wurde der Entwurf der Überlegungen des Vorstandes der WBL zur Umsetzung der Leitlinien des BMBF..... allen Mitgliedsinstituten zugeleitet. Auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung am 2.9.1996 wurde über dieses Papier weiter diskutiert und mit einer Reihe kleinerer Modifikationen von allen anwesenden Präsidiumsmitgliedern zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach Einarbeitung dieser Modifikationen und einer weiteren Einfügung im schriftlichen Abstimmungsverfahren wurden diese ‘Überlegungen ...’ am 9.9. vormittags vom Präsidium gebilligt. Die endgültige Version wurde von den Sektionssprechern nochmals allen Mitgliedsinstituten zugeschic

Am 9.9. nachmittags hatten wir dann ein sehr beeindruckendes Gespräch im BMBF mit dem Herren Friedrich und Schacker. Und am 10.9. fand eine große Aussprache mit Frühwald und dem Direktorium der DFG statt. Über beide Gespräche habe ich Sie ausführlich am 11.09.1996 unterrichtet. Der folgende Briefwechsel mit der DFG, der im Falle einer kompetitiven Vergabe von WBL-Mitteln durch die DFG als Grundlage dienen wird, ist Ihnen ebenfalls bekann

Am 21.8.96, also in der Zeit zwischen Präsidiumssitzung am 23.08.1996 und dem Schreiben an die Institute vom 11.09.1996 hatte erstmals eine der Untergruppen des Task Force zum Bereich Budgetierung getagt, in der die Geschäftsführerin die WBL vertritt. Am 28.8.96 fand die 2. Sitzung Task Force statt, am 3.9.96 tagte die Gruppe Budgetierung zum zweiten Mal. Am 5.9.96 kam erstmals die Task Force Untergruppe Blaue Liste zusammen. Hierbei wurde nochmals sehr deutlich, daß das BMBF entschlossen ist, seine Überlegungen zu mehr Wettbewerb auf jeden Fall umzusetzen - mit oder ohne Zustimmung der WBL. Lediglich die Höhe und die Modalitäten der an die DFG abzugebenden Mittel und die Berücksichtigung von Sondertatbeständen scheint noch verhandelbar zu sein. Das BMBF sieht in der Öffnung der DFG für die WBL-Institute einen erheblichen Image-Gewinn für die WBL. - Ich persönlich schließe mich dieser Einschätzung an, auch wenn das Verfahren einen schmerzhaften Preis h

Der Verwaltungsausschuß der WBL hatte am 5./6. September seinerseits beschlossen, einen internen Arbeitskreis auf Administratorenebene zu den Leitlinien einzurichten, der die Arbeit des Präsidiums unterstützen sollte. Dieser Arbeitskreis tagte bisher zweimal, am 12.09.1996 und am 01.10.1996, und vereinbarte, eine Synopse der Satzungen der Senate von HGF, MPG, FhG, DFG etc. zu erstellen und erste Überlegungen zu einer ggf. erforderlichen Satzungsänderung bei einer Senatsbildung für die WBL anzustellen. Ferner sollten bei allen Instituten Daten zur institutionellen Förderung, zu Bauinvestitionen und zur Drittmitteleinwerbung abgefragt und die Konsequenzen einer 5 %igen DFG-Abgabe dokumentiert werden. Die Geschäftsstelle hat diese Daten inzwischen gesammelt und wertet sie aus. Sie sollen, in ähnlicher Form wie die „Glienicke-Broschüre“, Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werd

In der Task Force Sitzung am 08.10.1996 wurde vom BMBF neben vielen die HGF betreffenden Themen über den Stand der Verhandlungen mit den Ländern berichtet. Man sei ein ganzes Stück weiter gekommen, allerdings werde sich der ehrgeizige Zeitplan des BMBF nicht ganz halten lassen. Bis Anfang nächsten Jahres müßten aber alle Verhandlungen abgeschlossen sein, um einen Start 1998 zu gewährleisten. Inzwischen wurde auf Arbeitsebene eine gemischte Bund-Ländergruppe eingesetzt und die Kultusministerkonferenz als genuines Länderorgan eingeschaltet. Gleichzeitig wurde auch auf Staatssekretärs-Ebene eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, welche die vorgeschlagenen Veränderungen im Forschungssystem insgesamt behandeln soll, gebildet - ein sehr seltener Vorgang, der die Bedeutung des Gesamtprozesses unterstreicht. Die StS Arbeitsgruppe hat erstmals am 30.10. getagt und zunächst eine Reihe von Dissenzpunkten herausgestellt, die von unterschiedlichen Beobachtern in sehr unterschiedlicher Weise interpretiert werden. Die Präsidenten bzw. Vorsitzenden von DFG, HGF und WBL sollen am 26.11.1996 dort gehört werden. Gleichzeitig arbeitet auch die Arbeitsebene weit

Neben diesem unsere Kraft stark beanspruchenden Vorgängen um die Leitlinien bemühte ich mich, die Kontakte zu Wissenschaftsorganisationen weiterzupflegen. In diesem Kontext habe ich gemeinsam mit der Geschäftsführerin am 19.09.1996 mit dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Herrn Kollegen Erichsen gesprochen, wobei auch der Generalsekretär der HRK Lange und Herr Lippert teilnahmen. Es ging um Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen HRK und WBL zu intensivieren. Wir haben u.a. über die Doktorandenausbildung in WBL-Instituten und an Universitäten gesprochen. Herr Erichsen betonte, daß Graduiertenkollegs der Hochschulen, wo immer möglich, auch unter Einbeziehung von WBL-Instituten stattfinden sollten. Nach Erichsens Überzeugung werde sich die Forschungslandschaft in der nächsten Zeit grundlegend ändern und auch die WBL sei gut beraten, wenn sie bald möglichst eine leistungsfähigere Selbstorganisation, etwa mit einem Senat, entwickle. Er sprach auch die Sorge der Hochschulen an, daß bei einer völligen Öffnung der DFG die WBL-Institute aufgrund ihrer besseren Ausstattung überproportional viel von der DFG „abholen“ würden. Insgesamt konnten wir alle anstehenden Fragen sehr kollegial und aufgeschlossen diskutieren. Die noch vor 1 ½ Jahren deutliche Zurückhaltung gegenüber der WBL ist inzwischen einer freundlichen Atmosphäre gewichen. Auch dies wohl ein Erfolg unserer Arbe

Weitere Gespräche mit anderen Wissenschaftsorganisationen sind ebenso geplant wie eine verstärkte politische Kontaktpflege, in die wir möglichst viele Länderministerien ebenso wie andere Bundesresorts einbeziehen woll

Am 19.09.1996 haben wir zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Information als Rohstoff für Information“ führende Fachleute aus diesem Feld eingeladen, um über das neue BMBF-Programm gleichen Titels und die damit verbundene gesellschaftliche und technologische Entwicklung zu diskutieren. Die Veranstaltung soll auf Wunsch des BMBF Anfang nächsten Jahres wiederholt werden. Auf dieser Veranstaltung konnte die Wissenschaftsgemeinschaft Blaue Liste demonstrieren, daß sie aufgrund der Breite des Themenspektrums ihrer Institute in der Lage ist, komplexe Themen umfassend zu behande

Dies wird der WBL auch auf der Konferenz „Globaler und regionaler Wandel“ anläßlich ihrer Jahrestagung am 6.11.1996 in Potsdam gelingen. Wir meinen, daß die WBL in besonderer Weise dazu geeignet ist, solche großen Fragen unter den unterschiedlichsten Aspekten transdisziplinär innerhalb ihrer Organisation zu behandeln. Wir werden durch solche Veranstaltungen in Zukunft unser Profil schärfen und unsere besondere Leistungsfähigkeit weiter unter Beweis stellen. Die Konferenz am 6.11.1996 ist dazu ein wichtiger Schritt. Weitere Themen dieser Art sollten wir auf oder am Rande der Mitgliederversammlung diskutiere

Dagegen ist die inhaltliche gemeinsame Arbeit der Sektionen bislang nur schleppend angelaufen, obwohl doch zahlreiche brennende Themen angepackt werden könnten. Ich nenne, um nicht bei der noch ausstehenden Antwort auf die vom Wissenschaftsrat aufgeworfenen Fragen zur Materialforschung zu bleiben, weiterhin die ‘Patentoffensive’ des BMBF und die ganze breite Thematik ‘innovative Unternehmen, Ausgründung aus Forschungseinrichtungen’, die allgemeine Diskussion zu ‘Leitthemen’, an der wir uns möglicherweise doch beteiligen sollten, die Gegensatzpaare ‘technische Innovation vs. gesellschaftliche Erneuerung’, ‘Globalisierung der Forschung und Globalisierung der Märkte’, ‘Technologieakzeptanz und Bildung’ u.v.a.m. Wir werden daran gemessen werden, wie wir über die engste Institutsarbeit hinaus Zusammenarbeiten organisieren und, - ich wage es fast schon nicht mehr zu sagen - Synergien erschließe

Ich würde vermuten, daß die Öffnung der DFG für die WBL hierbei eine katalytische Funktion haben könnte. Ich nenne das Thema Forschergruppen und Blockanträge. Wir sollten jetzt mit einer breiten Vorwärtsstrategie beginnen und gemeinsam Anträge an die DFG vorbereiten.

Zusammenfass

Die WBL muß eine Vorwärtsstratgie entwickeln. Bei der anstehenden Umgestaltung der Forschungslandschaft vor dem Hintergrund der vorhersehbaren weiteren Verknappung öffentlicher Mittel für die Forschungsförderung muß sie hierzu ihre Selbstverwaltung zügig stärken und schlagkräftige Instrumente entwickeln, die uns ein unverwechselbares Profil in der Forschungslandschaft verschaffen. Dies muß rasch erfolgen, wenn die WBL die zu erwarteten Stürme überstehen möch

Bei der konstruktiven Umsetzung der Leitlinien des BMBF müssen wir dafür sorgen, daß der Preis für die Öffnung der DFG und die Flexibilisierung der Haushalte erträglich gehalten wird. Die damit verbundene volle Öffnung der DFG für die WBL müssen wir als eine große, einmalige Chance begreifen. Diese Öffnung der weltweit hoch geachteten, zentralen Organisation für die Forschungsförderung in Deutschland wird uns langfristig die Anerkennung im Wissenschaftssystem bringen, um die wir so lange schon ringen. Gleichzeitig markiert sie das Ende eines bislang unaufgelösten Konstruktionsproblems unserer Institute und ihrer Bewertung durch den Wissenschaftsr

Bislang wird von uns einerseits hohe DFG-Mittel Einwerbung gefordert und als besonderer Nachweis wissenschaftlicher Qualität und Leistungsfähigkeit gewertet. Andererseits haben wir für die überwiegende Anzahl der Institute nur sehr speziellen und beschränkten Zugang zu dieser wichtigsten Förderorganisation. Einerseits sollen wir fokussiert an langfristig orientierten Zukunftsthemen von gesamtstaatlichen Bedeutung arbeiten, praxisnah forschen und auch methodische Aspekte kontinuierlich verfolgen. Andererseits werden bislang von der DFG überwiegend solche Anträge gefördert, die nicht zum Hauptarbeitsgebiet der Institute gehören. Im Prinzip mußte also bisher die erfolgreiche Einwerbung dieser begehrten Mittel zu einer Zersplitterung der Kräfte führen und periphere Projekte initiieren. Folgerichtig haben wir im Durchschnitt bislang nur 1.8% unserer Mittel auf diese Weise eingeworb

Mit den zwischen dem Direktorium der DFG und dem Vorstand der WBL getroffenen Vereinbarungen würden all diese Restriktionen wegfallen, mehr noch, wir könnten durch gezieltes Bündeln von Anträgen im Normalverfahren, durch die Beantragung von Forschergruppen etc. die DFG dazu bewegen, die von uns gewünschte Transparenz, Problemnähe der Begutachtung und den diskursiven Verfahrensansatz aufzugreifen - und dies immer noch formal im Rahmen ihrer bewährten Verfahren. Wir sollten diese Chance mutig ergreifen und umgehend mit der Vorbereitung der Antragspakete beginnen. Die gegenwärtig Leitung der DFG und die politische Observanz, die dieses Verfahren genießen wird, versprechen Erfolg und eine systemgerechte, wettbewerbliche Verteilung unserer Mitte

Ich weise aber gleichzeitig nochmals auf die unverzichtbaren Randbedingungen hierfür hin (s. Beschlußvorlage 4): Die eingeforderte Abgabe an die DFG muß sich in erträglichen Grenzen halten und deutlich unter 5% liegen. Einsparungen aus Beendigungen der gemeinsamen Förderung dürfen hierbei nicht tabu sein. Ggf. besonders problematische Sondertatbestände müssen im Einzelfall berücksichtigt werden. Die volle Haushaltsflexibilisierung ist unverzichtbar. Eine weiterhin geforderte Kürzung der Personalhaushalte um jährlich 1,5% darf sich nicht mehr auf die Höhe der Zuwendung auswirken. Das Verfahren kann zunächst nur versuchsweise und reversibel eingeführt und muß nach 3 bis 4 Jahren erneut überdacht werden.

Parallel hierzu müssen wir in einer Doppelstrategie die in den Überlegungen des Präsidiums skizzierte Entwicklung zur Stärkung der Selbstverwaltung einleiten, um langfristig über eigene wettbewerbliche Instrumente verfügen, strategisch handeln und die Evaluierung nach eigenen Verfahren durchführen zu könn

Dies bringt mich an den Anfang meines Berichtes zurück und zu unserem gemeinsamen Verständnis der Probleme und Möglichkeiten, die vor uns liegen. Zur Solidarität innerhalb der WBL und zum gemeinsamen, vernünftigen politischen Handeln gibt es keine Alternative! Ich betone nochmals, daß wir nur gemeinsam stark sind, und in diesen schwierigen Zeiten nur als überzeugendes Gesamtsystem überleben können. Hierzu brauchen wir eine einleuchtende, vorwärtsgewandte Strategie, welche die Chance dieser besonderen Stunde klug ergrei

Eng verbunden mit dem eingangs erwähnten nostalgischen Traum von der unantastbaren Sicherheit des eigenen Beritts ist ja auch die irrige Vermutung, man könne durch geschicktes Taktieren im politischen Raum, durch den Hinweis auf die eigene Singularität und Unverzichtbarkeit unbequeme Entwicklungen aufhalten, die zwar an sich wissenschaftspolitisch durchaus wünschenswert, ja unverzichtbar seien, in ihrer besonderen Ausprägung aber nur die anderen treffen dürften. - Gänzlich töricht und unrealistisch wäre es gar, dem bisweilen gehörten Ratschlag zu folgen, die WBL solle die verschiedenen politischen Meinungsträger geschickt gegeneinander ausspielen, also etwa das eine Bundesressort gegen das andere ‘munitionieren’, mit den Ländern gegen den Bund paktieren oder umgekehrt. Dies wäre, selbst wenn es von kurzfristigem Erfolg gekrönt sein sollte, was ich bezweifle, langfristig für das Forschungssystem WBL und die Hoffnung 4. Säule der deutschen Forschungslandschaft zu werden, fatal. - Und damit auch für die überwiegende Zahl seiner Mitgliedseinrichtungen (und ich meine wirklich fatal)! Wir können nur mit Bund und Ländern gemeinsam handeln und sie für die Interessen der WBL als Gemeinschaft aller Institute gewinnen. Wir dürfen dabei auf keinen Fall den Bremser einer Entwicklung spielen, die wir keinesfalls verhindern, wohl aber konstruktiv mitgestalten können. Die WBL sollte den Ehrgeiz haben, die anstehende Erneuerung der deutschen Forschungslandschaft auf den vorderen Plätzen mitzugestalten und sich durch ein besonders hohes Maß an Flexibilität und Qualität auszuzeichnen, sozusagen die Frische einer noch jungen Wissenschaftsorganisation einbringen. Dies überzeugend zu belegen ist die wirklich große Chance und Herausforderung für die WBL in den vor uns liegenden Monaten. Lassen Sie uns darüber beraten, wie wir dies am sinnvollsten ins Werk setzen.