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Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf Hertel am 9.12.1999
Grußadresse zur Verleihung des Otto Klung Preises für Physik 1999 an Privatdozent Dr. Ketzmerick aus Göttingen (Feierstunde am Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin)

Lieber Herr Ketzmerick, Herr Vizepräsident Braun, Spektabilität, lieber Helmut Gabriel,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,

ich möchte mich zunächst bei Ihnen, lieber Herr Kaindl, für die freundliche Einladung bedanken, bei der diesjährigen feierlichen Verleihung des Otto-Klung- Preises an Herrn Privatdozent Dr. Ketzmerick aus Göttingen ein Grußwort zu sprechen - um präzise zu sein: eine Grußadresse, wie es im ausgedruckten Programm heißt - und ich nehme dies als Hinweis, dass besondere Kürze angesagt ist. Ich werde das beherzigen, da wir uns alle schon auf das nachfolgende, sehr spannende wissenschaftliche Programms freuen. Alles Wesentliche zum Preisträger, zum Rahmen des Anlasses im Allgemeinen und zum Otto Klung Preis im Speziellen wird in den folgenden Beiträgen gesagt werden.

Ich überbringe also Ihnen, Herr Ketzmerick, zugleich mit meinen ganz persönlichen, herzlichen Glückwünschen auch die besten Wünsche der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin. Als langjähriges Mitglied der Ständigen Vergabekommission für den Otto Klung Preis tue ich dies mit ganz besonderer Freude. Dies gilt umso mehr als Sie, Herr Ketzmerick - Sie haben mich gerade vor der Veranstaltung daran erinnert - ein Jahr lang auf dem gleichen Flur in der Freiburger Physik gearbeitet haben.

Dass ich heute hier bin, meine Damen und Herren, und nicht im Abgeordnetenhaus von Berlin, wo zur Stunde gerade der neue Berliner Senat gewählt wird, mag Ihnen zeigen, wie wichtig der Landesregierung die Berliner Universitäten sind, die Wissenschaft ganz allgemein und der Wissenschaftlernachwuchs auf höchstem Niveau im besonderen. Denn es geht heute ja darum, den "besten", jüngeren deutschen Physiker des Jahres zu ehren, wie dies im Testament des Stifters gefordert wird, und dies mit einer stattlichen Summe Geldes zu bekräftigen. Otto Klung hat hierfür als Mäzen für die Wissenschaft im - besten Sinne dieses Wortes - sein Vermögen zukunftsweisend angelegt. Möge der Otto Klung Preis Vorbild sein für eine sich in Deutschland noch viel zu langsam entwickelnde Kultur des privaten Stiftungswesens für die Wissenschaft. In den USA ist - wie wir aus den Lebensläufen der amerikanischen Kollegen ja wissen - diese Kultur viel breiter und intensiver ausgeprägt und stimuliert dort die Produktivität und den Wettbewerb der Exzellenz ganz erheblich.

Wie allgemein bekannt, werden in den nächsten Jahren riesige Milliardenvermögen im Wege des Erbens die Besitzer wechseln. Angesichts der extrem problematischen Lage der öffentlichen Haushalte im Bund und in den (meisten) Ländern Deutschlands - ein Blick auf den merkwürdigerweise in der Presse bislang kaum beachteten Finanzteil der gerade abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen unterstreicht diese Tatsache nur allzu nachdrücklich - also angesichts dieser Armut der öffentlichen Hand im Gegensatz zum privaten Reichtum in unserem Lande sind größte Anstrengungen in diesem Feld geboten. Wissenschaft und Wissenschaftspolitik sollten also alles daran setzen die Stiftungsbereitschaft in den dafür geeigneten Kreisen der Gesellschaft extensiv zu beleben. Auch sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die das viel beschworene PPP (private - public - partnership) bieten kann. Dabei ist sowohl jeder einzelne Wissenschaftler gefordert als auch die staatliches Seite, welche die Rahmenbedingungen verbessern muss. Um nur ein Beispiel zu nennen: es mutet geradezu gespenstisch an, wenn man in der aktuellen Debatte um die Verbesserung des Stiftungsrechts die Erhöhung der Steuerfreibeträge auf 50.000 DM als großen Erfolg verkauft.

Der Otto Klung Preis wird seit 26 Jahren im Wechsel zwischen den Fachbereichen Chemie und Physik der FU vergeben, heute zum elften Mal für herausragende Arbeiten in der Physik. In der angesichts seiner für solche Preise noch jungen Geschichte hat sich der Otto Klung Preis durch exzellente Preisträger bereits erheblichen Glanz erworben: Vier der Preisträger haben anschließend Nobelpreise erhalten - ein Frühwarnsystem für Nobelpreisträger also!

Lieber Herr Ketzmerick,
möge dies Herausforderung und Ermutigung zugleich für Ihr weiteres wissenschaftliches Tun sein! - Wie auch immer, ich bin sicher, dass Sie, wie alle Otto Klung Preisträger der Vergangenheit, eine glänzende Karriere vor sich haben. So werden auch Sie dazu beitragen, den Ruhm und die Bedeutung des Otto Klung Preises weiter zu mehren. Das ist gut für den Fachbereich Physik, das ist gut für die Freie Universität und somit auch für das Land Berlin. Ich möchte Ihnen nochmals sehr herzlich zu dieser Auszeichnung gratulieren und Ihnen für Ihre berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg wünschen.

Prof. Dr. Ingolf Hertel, e-Mail: Hertel@mbi-berlin.de

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