Aktuell | Reden | Archiv : Staatssekretär
Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf V. Hertel : Gru▀wort

Senatsempfang zur Konferenz "Colloidal Drug Carriers" (4. Expert Meeting vom 3. - 5.6.1999)
Die Rede wurde in Anlehnung an den nachstehenden Text frei auf Englisch gehalten

Liebe Kollegen und Kolleginnen, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, Sie im Namen der Landesregierung begrüßen zu können. Ihr erstes Expertentreffen fand im Jahr 1995 statt und bereits zu diesem ersten Treffen hatte der Senat Sie zur Begrüßung in das Berliner Rathaus eingeladen. Ihr 2. Expertentreffen fand als Ausnahmeregelung in Mainz statt, seit 1997 sind Sie jedoch in Berlin und ich freue mich, dass unser Rathausempfang auf dem Weg ist, ein Stück Tradition Ihres Expertentreffens zu werden.

Wie man mir mitteilte, ist der Ursprung des Expertentreffens auf die Einrichtung einer Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemein-schaft zurückzuführen. Im Jahr 1994 hat die Deutsche Forschungs-gemeinschaft in Berlin eine Forschergruppe eingerichtet, um auf dem Gebiet der zielgerichteten Arzneistoffapplikation zu arbeiten. Um Arzneistoffe gezielt an den gewünschten Wirkort zu bringen, setzen Sie dabei ultrafeine Partikel ein. Um diese Forschung in Deutschland zu fördern wurde damals von der Gutachterkommission die Einrichtung eines Expertentreffens angeregt. Dieses wurde dann unter Federführung des Fachbereichs Pharmazie an der Freien Universität auch im Jahr 1995 zum ersten Mal durchgeführt.

Bei der erstmaligen Durchführung eines derartigen Expertentreffens oder Kongresses weiß man nie, wie es sich in Zukunft entwickeln wird. Kann es sich als kontinuierliches Treffen etablieren oder wird es nachher im Laufe der Zeit wieder in der Versenkung verschwinden? Heute haben Sie mit Ihrem 4. Expertentreffen begonnen. Die Zahl der Teilnehmer an den Expertentreffen hat bisher kontinuierlich zugenommen. Das spricht wohl für die Effizienz Ihres Treffens.

Sehr erfreulich ist, dass an Ihrem Treffen nicht nur Hochschulwissenschaftler teilnehmen, sondern auch aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Industrie - 40% der Teilnehmer kommen aus der Wirtschaft - insbesondere natürlich pharmazeutischer Industrie. Diese gesunde Mischung von Wissenschaftlern unterschiedlicher Herkunft entspricht ja einer langen, guten Tradition der Forschungsförderung durch die chemische Industrie, die vorbildhaft ist. Somit trägt dieses Treffen sicherlich auch zum Wissenschaftstransfer aus der öffentlich geförderten Forschung in die Industrie und hoffentlich langfristig zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte bei. Seit neuerer Zeit bemüht sich auch die normalerweise sehr auf Grundlagenforschung ausgerichtete Deutsche Forschungsgemeinschaft zunehmend um einen Wissenstransfer von der Hochschule in die Industrie, etwa durch ihre sog. Transferbereiche, die den Sonderforschungsbereichen angegliedert werden können. Expertentreffen wie dieses mit einer guten Mischung aus Hochschule, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industrie können diesen Transfer fördern und zur Realisierung verbesserter Arzneimittel durch die pharmazeutische Industrie beitragen.

Die fortschreitende Etablierung dieses Expertentreffens wird auch dadurch manifestiert, dass im Jahr 1997 erstmals das cdc Research Award für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet partikulärer Arzneistoffträger verliehen wurde. Dieser Preis ist mit 5.000,-- DM dotiert und wurde 1997 von der Berliner Schering AG gestiftet. Auf dem diesjährigen Expertentreffen wird der Preis zum 2. Mal verliehen, das Preisgeld wird in diesem Jahr ebenfalls wieder von einer pharmazeutischen Firma zur Verfügung gestellt. Wie ich gehört habe, gibt es auch dieses Jahr erstmalig drei Posterpreise, die von der Abteilung drug Delivery Systeme der Firma Schering gesponsert werden. Diese Auszeichnungen reflektieren die Unterstützung der Industrie für Forschungsaktivitäten im Hochschulbereich. Im Interesse der Entwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Berlin möchten wir die hier stattfindende Kooperation zwischen Hochschule und Industrie ausdrücklich begrüßen.

Wir bitten Sie, diesen Senatsempfang als einen Ausdruck unserer Wertschätzung dieser Zusammenarbeit zu verstehen.

Nach dem Blick auf die Vergangenheit dieses Expertentreffens und einem kurzen Blick auf die Gegenwart möchte ich es nicht versäumen, am Ende meiner Rede auch einen Ausblick auf die Zukunft zu nehmen. Die Forschergruppe, aus der das Expertentreffen hervorgegangen ist, ist an das Ende ihrer Laufzeit angelangt. Die erhaltenen Forschungsergebnisse waren erfreulicherweise so positiv, dass 15 Arbeitsgruppen aus Berlin und Brandenburg sich zusammengefunden haben, um - basierend auf den Ergebnissen der Forschergruppe - die Einrichtung eines Sonderforschungsbereichs zu beantragen, um die Thematik der gezielten Wirkstoffapplikation auf breiter Ebene zu bearbeiten. Der diesbezüglich gestellte Vorantrag wurde Ende letzten Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft positiv beschieden. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen zur Erstellung des Hauptantrages und ich hoffe sehr, dass er genehmigt wird, so dass zu den bereits existierenden Sonderforschungsbereichen ein weiterer Sonderforschungsbereich in Berlin hinzukommt.

Berlin bietet ein ausgezeichnetes Forschungsumfeld - auch wenn in den letzten Jahren einige Kürzungen im finanziellen Bereich erfolgen mussten. Nichtsdestotrotz gehört Berlin aufgrund seiner prinzipiell ausgezeichneten Grundausstattung der wissenschaftlichen Einrichtungen zu den führenden Forschungsstandorten in Deutschland. Dies wird nicht zuletzt auch durch die große Zahl von Sonderforschungsbereichen in Berlin dokumentiert - insbesondere auch im Biomedizinischen Bereich.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute und hoffe, dass Ihr Sonderforschungsbereich positiv begutachtet wird und etabliert werden kann. Und vor allem würde ich mich freuen, wenn innerhalb dieses Sonderforschungsbereiches das Expertentreffen fortgesetzt wird und ich Sie im Jahr 2001 erneut hier im Berliner Rathaus begrüßen darf. Alles Gute und viel Erfolg für Ihre Konferenz.

Prof. Dr. Ingolf Hertel, e-Mail: Hertel@mbi-berlin.de

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Presse - und Öffentlichkeitsarbeit (Wissenschaft, Forschung)
  Brunnenstraße 188 | 190
10119 Berlin
Tel: (030) 90 228 - 208 | 206 | 207
Fax: (030) 90 228 - 450 | 451
e-Mail Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kerstin.Schneider@senwfk.verwalt-berlin.de