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Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf V. Hertel : Grußwort für eine Veranstaltung zu Ehren von Alexander von Humboldt
anlässlich seines Besuchs von Teneriffa vor 200 Jahren veranstaltet von der Gemeinde Puerto de la Cruz, der Deutsch-Kanarische Stiftung Alexander von Humboldt und der Domäne Dahlem; Berlin Dahlem, 6.3.1999

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Sanches,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Eichstädt,
werte Damen und Herren Abgeordnete,
meine Damen und Herren,

im Namen des Senats von Berlin und des Regierenden Bürgermeisters begrüße ich Sie herzlich zu Ihrer heutigen Veranstaltung, die Sie dem Andenken Alexander von Humboldts widmen. Vor 230 Jahren wurde Alexander von Humboldt geboren, vor 140 Jahren starb er und vor 200 Jahren besuchte er Teneriffa. Im Zeitalter eines zusammenwachsenden Europas ehrt es Sie besonders, dass Sie in diesem bedeutenden Mann nicht nur den herausragenden Forscher sehen, sondern durch Ihren Besuch hier auch die Umstände seiner Herkunft würdigen.

Ich danke allen Beteiligten, die durch Ihre Bemühungen diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen und einen angenehmen Aufenthalt in unserem neuen Berlin, dessen Dynamik gewiss auch Alexander von Humboldt mit Freude und Stolz erfüllen würde.

Schon Goethe, dessen Worte ja auf keiner solchen Veranstaltung in unserem Lande fehlen dürfen, schätzte die Genialität Alexander von Humboldts aufs Höchste: "Was ist das für ein Mann! Ich kenne ihn so lange und bin doch von neuem über ihn in Erstaunen. Man kann sagen, er hat an Kenntnissen und lebendigem Wissen nicht seinesgleichen. Und eine Vielseitigkeit, wie sie mir gleichfalls noch nicht vorgekommen ist! Wohin man rührt, er ist überall zu Hause und überschüttet uns mit geistigen Schätzen. Er gleicht einem Brunnen mit vielen Röhren, wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und wo es immer erquicklich und unerschöpflich entgegenströmt."

Alexander von Humboldt ist nicht zuletzt deshalb heute noch oder wieder so modern, weil ihm der grenzüberschreitende Austausch von Wissen, die Internationalität der Wissenschaft über alles ging. Er verkörpert den Prototypus des modernen und weltoffenen Forschers. Selbst seine Untersuchungen der Meeresströme und ihrer Auswirkungen auf das Klima wirken heute in besonderer Weise modern, angesichts zentralen Bedeutung, welche der Ökologie heute zukommt. Fest steht, dass technische Innovation und die Lösung globaler Probleme nur durch internationale Kooperation möglich ist. Auch Berlin, eine Stadt mit herausragendem Forschungspotenzial auch und gerade in den Naturwissenschaften, stellt sich dieser Herausforderung und arbeitet darauf hin, eine "Global City des Wissens" zu werden. Die Besinnung auf das Erbe Alexander von Humboldts kann dabei mehr als hilfreich sein.

Mit Ihrer heutigen Veranstaltung geben Sie uns also Anlass, weniger einen großen Preußen, als vielmehr einen bedeutenden Wissenschaftler zu ehren. Mit Ihrem Besuch in Berlin setzen Sie zugleich die von Alexander von Humboldt gelebte Tradition des internationalen Austausches fort. Für beides danken wir Ihnen gleichermaßen. Mögen Ihre Gespräche in unserer Stadt ähnlich anregend sein, wie Alexander von Humboldt den Besuch Ihres Landes vor zweihundert Jahren empfunden hat.

Prof. Dr. Ingolf Hertel, e-Mail: Hertel@mbi-berlin.de

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