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Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf V. Hertel: Grußwort
▄bergabe des Zentrums für Neurowissenschaften - ehem. Gebäude Nebenchirurgie - der CharitÚ 7. Oktober 1999, 13.00 Uhr

Lieber Herr Kollege Arndt,
Spektabilität, lieber Herr Kollege Felix, lieber Herr Kollege Heinemann,
meine Damen und Herren,

Herr Kollege Arndt hat - als Verantwortlicher für das Bauressort - bereits in die Eigenheiten des Planungs- und Bauverlaufs eingeführt. Seine Verantwortung endet mit diesem Festakt. Das Bauwerk geht dann als wissenschaftliche Arbeitsstätte in die Hände der Charité über. Dazwischen, darf ich, als für Wissenschaft und Forschung in Berlin zuständiger Staatssekretär, mich freuen, sozusagen für ein paar virtuelle Minuten die Schlüsselgewalt über dieses Gebäude zu haben. Es ist, wie Sie sehen, ein goldener Schlüssel.

Ich möchte Ihnen, den zukünftigen Nutzern des Gebäudes nun meinerseits, größten wissenschaftlichen Erfolg für die Arbeit in den neuen Räumen zu wünschen. Mögen alle Ihre Erwartungen und Hoffnungen in Erfüllung gehen.

Mit der Fertigstellung dieses Neurozentrums - lassen Sie es mich so abkürzen und en alten Namen "Nebenchirurgie" ein für alle mal begraben - dieses Neurozentrum ist das erste größere Vorhaben des von Senat und Parlament beschlossenen baulichen Erneuerungsprogramms von über 800 Millionen DM für de Charité verwirklicht. Es hat den Umbau des Hauses für Innere Medizin überholt, ebenso die umfangreichen Erneuerungen der Technischen Infrastruktur, die sich unterirdisch abspielen.

Ich freue mich, und sehe es als Symbol, dass gerade ein Bauvorhaben, welches vor allem die Forschung stärkt, diesen "Wettlauf" gewonnen hat. Die medizinische Forschung ist für Berlin von ganz herausragender Bedeutung, auch in Hinblick auf die zahlreichen Anwendungsaspekte, welche die Ergebnisse dieser Forschung für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins haben.

Das Gebäude wird vorrangig dem Arbeitsschwerpunkt Neurowissenschaften dienen, der jetzt endlich die Verbesserung seiner Arbeitsbedingungen erhält, die schon lange geboten war.

Die Entwicklung der Neurowissenschaften an der Charité nach der Wiedervereinigung ist, das kann man ganz ohne Einschränkung sagen, eine "Erfolgs-Story", die dem Zusammenhalt und Zusammenwirken der Wissenschaftler an der Charité zu danken ist. Dieses Fachgebiet hat wie kein anderes in kürzester Zeit national und international Anerkennung gewonnen. Eine Ursache hierfür ist die erfolgreiche fachübergreifende Forschungskooperation von Grundlagenwissenschaften und Klinischen Forschergruppen. Dabei wurden die Chancen der räumlichen Nachbarschaft auf dem Campus Charité-Mitte ebenso genutzt, wie die Zusammenarbeit innerhalb der Humboldt-Universität und mit der Freien Universität und mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Hierbei konnten die einmalig günstigen Gegebenheiten Berlins gegenüber anderen Regionen im wissenschaftlichen Austausch genutzt werden.

Auf dieser Basis entstand eine Vielzahl von neurowissenschaftlich orientierten Forschungsprojekten. Beispielhaft und qualitativ herausragend ist der Sonderforschungsbereich 507 "Die Bedeutung nicht-neuronaler Zellen bei neurologischen Erkrankungen". Dort arbeiten Gruppen der Charité, des Forschungsinstitutes für Molekulare Pharmakologie, des Max-Delbrück Zentrums, sowie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin gemeinsam an der Aufklärung neurologischer Erkrankungen. Die DFG fördert den SFB in den nächsten 3 Jahren mit mehr als 5 Millionen DM.

Drei einschlägige Graduierten Kollegs, eine klinische Forschergruppe, von der DFG gefördert und ein BMBF gefördertes Innovationskolleg ergänzen das Bild.

Diese Aktivitäten belegen, dass die Neurowissenschaften einen der wichtigen, auch in der Drittmitteleinwerbung außerordentlich erfolgreichen Forschungsschwerpunkt der Charité darstellen. Die eingeworbenen Sachmittel und die akquirierten Stellen erlauben es, begabten Wissenschaftlern eine Perspektive in Berlin zu bieten. Die Neurowissenschaften sind ein wesentlicher Stimulus für die wissenschaftlichen Aktivitäten der Charité und ihr Umfeld.

Diese Atmosphäre findet ebenso ihren Niederschlag in der Qualität der Lehre . Der Besuchsfrequenz der Lehrveranstaltungen ist eine positive "Abstimmung mit den Füßen", Beleg dafür, dass die Veranstaltungen durch die Studenten mit am besten bewertet werden. Und dabei ist es besonders bemerkenswert, dass die Charité sich von Anfang an nicht gescheut hat, den Anspruch zu erheben, Elite auszubilden. - Heute darf man diesen früher so geschmähten Begriff Elite allmählich auch wieder öffentlich aufrufen. Und das ist gut für unser Land, gut für Berlin.

Lassen Sie mich an dieser Stelle betonen, dass Senat und Abgeordnetenhaus zu der Zusage des Erneuerungsprogramms der Charité stehen mit dem erklärten Ziel der Stärkung des Standorts Mitte der Charité; so ist die heutige Übergabe des Neurozentrums auch Ausdruck der Verlässlichkeit politischer Entscheidungen trotz der extrem angespannter Finanzlage des Landes Berlin. Diese Zusage politischer Stabilität gilt parteienübergreifend und ebenso uneingeschränkt auch - erlauben Sie mir, hier darauf hinzuweisen - für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof. Diese Vorhaben gehören zu den herausragendsten Innovationsprojekten des Landes Berlin, die für Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen prägend für die Zukunft sind.

Dass wir die Feier der Übergabe des Forschungszentrums anschließend im Foyer des Erweiterungsbaus der Inneren Medizin begehen, nehmen Sie als weiteres Zeichen. Auch dieses Bauwerk - hierauf ist Herr Kollege Arndt bereits eingegangen - wird in Kürze ebenfalls seiner Bestimmung übergeben werden.

Mit dem Neurozentrum, dem Haus für Innere Medizin und dem ersten Bauabschnitt der Erneuerung der Technischen Infrastruktur wird fast ein Drittel des 800 Millionen Programms verwirklicht sein. Von dem Gesamtprogramm sind bereits rd. 570 Millionen DM in der Investitionsplanung und der Rahmenplanung für den Hochschulbau von Bund und Ländern verbindlich veranschlagt - und das bei schlechter Haushaltslage von Bund und Land.

Nehmen Sie dies - stellvertretend für die Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität spreche ich Sie, lieber Herr Kollege Felix als deren Dekan an - als Beleg dafür, dass sich das Land Berlin weiterhin mit allen Möglichkeiten für die Erneuerung und Stärkung des Standorts Mitte der Charité engagieren wird.

Heute aber feiern wir die Übergabe dieses Bauwerks. Dank dafür von Seiten des Bauherrn noch einmal den ausführenden Bauleuten und den planenden und steuernden Ingenieuren,der fürsorglichen Bauleitung des Senats, stellvertretend Ihnen Herr Kollege Arndt, den Mitarbeitern der Klinikumsverwaltung für Ihren planenden und organisierenden Beitrag.

Dank ist auch dem Bund zu sagen - der sich zu 50% an der Finanzierung beteiligt hat - ebenso dem Wissenschaftsrat, der sich stets nachdrücklich für das Bauvorhaben eingesetzt hat. Dank sage ich auch den Wissenschaftlern für ihre Mitwirkung an der sachgerechten Planung und Realisierung und - für ihre Geduld.

Alle stehen in Erwartung, das tägliche Hochschulleben in dieses Gebäude einziehen zu lassen, hierzu, Spektabilis, gebe ich den symbolischen goldenen Schlüssel an Sie weiter. Hüten Sie das Gebäude, nutzen Sie die geschaffenen Möglichkeiten.

Ich wünsche der Medizinischen Fakultät, den Forschern, den Lehrenden und den Studierenden dazu gutes Gelingen.

Prof. Dr. Ingolf Hertel, e-Mail: Hertel@mbi-berlin.de

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