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Staatssekretär Prof. Dr. Ingolf V. Hertel : Grußwort Eröffnung der Mensa/Cafeteria Adlershof am 02. Juni 1999

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kommilitoninnen und liebe Kommilitonen,
meine sehr geehrten Damen, meine Herren,

der Bitte, heute aus Anlass der Eröffnung der Mensa und Cafeteria der Humboldt-Universität in Adlershof ein Grußwort zu sprechen, bin ich besonders gern gefolgt.

Diese Eröffnung signalisiert ja mehr als bloß einen Beitrag zum Wohlbefinden der Studierenden und Lehrenden am Universitätsstandort Adlershof. Diese Eröffnung hat gleichzeitig Symbolcharakter, markiert sozusagen den Beginn normalen universitären Lebens hier am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof, einen ersten Schritt zum Aufbau des bislang noch wenig ausgeprägten und von vielen schmerzlich vermißten "sozialen" Umfelds - man konnte ja aus den Klagen und Beschwerden einiger Bedenkenträger in der Frühphase der Umzugsdiskussion schon fast meinen, dass Studenten und Professoren der Humboldt-Universität an diesem Orte einem schmählichen Hungerleben ausgesetzt sein würden. Ich denke, Sie konnten sich inzwischen überzeugen, dass dies nicht so ist, und dass der WISTA durchaus auch schon bislang eine umfangreiche Infrastruktur für das leibliche Wohl seiner Benutzer bietet, ich konzidiere: eine gleichwohl noch sehr verbesserungswürdige Infrastruktur.

Eine richtige Mensa ist freilich eine andere Sache, bringt eine neue Qualität an den Standort. Bei der Realisierung hat es immer wieder Verzögerungen gegeben und es bedurfte der Anstrengungen und des Einfallsreichtums Vieler, um die zunächst in Betrieb genommene, aber nicht als optimal anzusehende Übergangslösung durch die jetzige Mensa abzulösen. Hierfür danke ich allen daran Beteiligen, besonders aber dem Geschäftsführer des Studentenwerks, Herrn Fink, und den Haushältern der beteiligten Verwaltungen, die durch unorthodoxe Finanzierungswege die Realisierung möglich gemacht haben.

Es ist erklärtes Ziel des Senats, die Ansiedlung aller hierfür vorgesehenen Fachbereiche der HU in Adlershof schnellstmöglich zu vollziehen. Dies war auch ein ausdrückliches Petitum des Wissenschaftsrates, welches er mit seinem sehr positiven Votum zum Gesamtkonzept Adlershof verbunden hat. Daher haben wir das sogenannte "Beschleunigungskonzept" auf den Weg gebracht, welches von einigen Medien in ein merkwürdig schiefes Licht gerückt wurde. Lassen Sie mich daher nochmals bekräftigen: Es geht darum, die gesamten Natur- wissenschaften der HU hier in Adlershof baldmöglichst arbeits- und lehrfähig zu machen und alle erforderlichen Infrastruktureinrichtungen möglichst zeitnah anzusiedeln. Nach der jetzt beschlossenen Beschleunigungsplanung wird dies - mit Ausnahme der Biologie - bis spätestens 2003 realisiert sein.

Daher muß jetzt dem schon vollzogenen Umzug der Informatik noch im Laufe des Herbstes diesen Jahres die Mathematik folgen. Dadurch wird mehr studentisches Leben und damit wissenschaftliche Vitalität auf dem Campus heimisch. Parallel dazu wird die verkehrliche Anbindung und die sonstige Versorgung des Standortes verbessert. Der Bibliotheks- und Rechenzentrumsbau (das "IKA") wird Anfang kommenden Jahres begonnen, Mensa und Lehrgebäude werden folgen, Chemie und Physik sind schon bzw. werden in Kürze in die Realisierungsphase gehen.

Die hier tätigen Menschen müssen sich wohl fühlen. Gebäude und Institute lassen sich verlagern, doch entscheidend ist die Akzeptanz durch die in ihnen wirkenden Menschen. Deshalb werden Senat, Universität und WISTA-MG alles tun, damit der Standort Adlershof an Ausstrahlung gewinnt. Aber natürlich sind zuvorderst auch Sie, die Studenten, Professoren, Wissenschaftler und sonstigen Mitarbeiter gefordert, diesen Standort mit zu gestalten, ihn zu Ihrem Standort zu machen, zu Ihrer ganz persönlichen Sache, die es mit Phantasie und Engagement zu optimieren gilt - eine gute Herausforderung doch für Informatiker! Denn durch die Ansiedlung von universitären Einrichtungen, von außeruniversitären Instituten und Unternehmen soll hier ja eine neue Unternehmens- und Forschungskultur entwickelt und gepflegt werden, die auf Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft baut und Synergien aus der Verknüpfung von Forschung, Lehre und Entwicklung in enger räumlicher Nachbarschaft nutzen will. Das geht nur, wenn die hier Tätigen dies aktiv wollen und betreiben. Das ist es, was mit der häufig zu lesenden Formel gemeint ist:

"Stimuliert werden soll der Transfer von Ideen, Entdeckungen, neuen Konzepten über die Köpfe" (der auf dem Campus Tätigen). Eine praxisnahe Ausbildung ist nur im Verbund von Universität, Unternehmen und außeruniversitären Einrichtungen möglich. Die am Standort verfügbaren Ressourcen sollen in Lehre, Forschung und Entwicklung gemeinsam genutzt werden.

Wir eröffnen also heute nicht nur eine Mensa im üblichen Sinne, vielmehr wird ein wichtiger Schritt getan zur weiteren Vernetzung von Hochschule, außeruniversitärer Forschung und Unternehmertum an Berlins wichtigstem Innovationsstandort. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer einen hungrigen Geist und guten Appetit in diesen Räumen.

Prof. Dr. Ingolf Hertel, e-Mail: Hertel@mbi-berlin.de

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