Prof. Dr. Ingolf Hertel - Reden |
Festkolloquium Prof. Dr. J. R. Huber
Am Donnerstag, den 3. Mai 2001, 14.00 h im Max-Born-Saal des Max-Born-Instituts

 

Anrede,

ich begrüße Sie im Namen des Max-Born-Instituts und insbesondere seines Direktoriums zu diesem Festkolloquium für Prof. J. Robert Huber.

Zugleich ist dies die erste Veranstaltung in unserem neuen bzw. neu erstandenen Veranstaltungssaal, den wir nach unserem Namenspatron: Max-Born-Saal benennen und heute feierlich einweihen. Wir möchten an dieser Stelle unseren Zuwendungsgebern danken, dass sie diesen Bau, sozusagen als Schlussstein einer nunmehr fast 9 jährigen Bautätigkeit, ganz unbürokratisch ermöglicht haben - insbesondere danken wir der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Es ist dabei der ausdrückliche Wunsch und Wille der Zuwendungsgeber, dass dieser Saal nicht nur dem MBI sondern allen Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft am Standort (gegen eine angemessen moderate Nutzungsgebühr) zur Verfügung steht. Wir unterstützen diese Auflage gerne, zumal wir hoffen, auf diese Weise einen bislang immer bestehenden Engpass am WISTA überwinden zu können und Probleme zu lösen helfen, die sich gerade in der Anfangsphase der Ansiedlung der Institute der Humboldt Universität in Adlershof zwangsweise ergeben werden.

Die Geschichte dieses Saals ist ungewöhnlich und außerordentlich dynamisch und damit ein kleines Abbild der Entwicklung unserer "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien", Berlin-Adlershof. Diente dieses Gebäude einst zu früheren AdW Zeiten als Labor für Höchstfeldlaser, so wurde es in den Jahren vor und nach der Wende als Lagerhalle verwendet - vornehmlich für Dinge, die man eigentlich nicht mehr brauchen konnte, aber doch noch nicht wegwerfen wollte. Dann erlebte die Halle einen kurzen, nachwendlichen Höhepunkt, an den sich viele wohl noch erinnern werden: die offizielle Eröffnung des MBI am 22.10.1993.

Das war eine hoch feierliche Veranstaltung mit dem Senator, seinem Staatssekretär und einem Max-Planck Vizepräsidenten ... in der Tat, diesem Saale hier, den Sie jetzt in moderner Funktionalität erleben dürfen.

Um Ihnen ganz deutlich die Wandlung vor Augen zu führen habe ich hier ein paar Fotos von diesem denkwürdigen Tag herausgesucht.

Mit Musik ....

und mit den Nachfahren Max Borns.

Mit zwei Nobelpreisträgern und ..... ja und hier ist auch er, der heute zu ehrende langjährige Vorsitzende unseres wissenschaftlichen Beirats, J. Robert Huber (rot umrandet).

Prof. Huber ist in der Tat seit jenem Tag dabei, also vom ersten Tage der Konstituierung des Beirats am 22.10.1993 (direkt im Anschluss an die hier gezeigte Feierstunde) bis 27. 9. 1999 - das heißt seit 6 wichtigen Jahren. Zunächst war er stellvertretender Vorsitzender, dann Vorsitzender: dabei hat er ganz wesentlich zum Gedeihen des MBI beigetragen. Er hat dafür gesorgt, dass wir einen stets kritischen, konstruktiven Beirat hatten. Seine weise, engagierte aber zugleich konsequente Führung und sein ausgewogenes Urteil hat die hohe Sachkompetenz dieses Beirats erst zur vollen Entfaltung gebracht. Sie haben, Herr Kollege Huber, sozusagen eine Kultur des miteinander um den rechten Weg Ringens und der kritischen Bewertung des Erreichten entwickelt, die es weiter zu kultivieren und zu pflegen gilt. Die gemeinsame Suche nach einem schlüssigen Profil, in häufig auch kontroversen und manchmal durchaus stürmischen Sitzungen des Beirats haben Sie zu überzeugenden Konzepten geführt. Nun gilt es, dieses Gesamtkonzept für das MBI in allen seinen Elementen kontinuierlich fortzuschreiben. Das, was Sie gemeinsam mit den Mitgliedern des Beirats in diesen Jahren angelegt haben, bildet eine solide Basis, auf der wir weiterbauen können.

Es war, auch für Sie persönlich, nicht immer ganz einfach. Ein Beiratsvorsitzender eines doch nicht ganz kleinen Instituts, wie das MBI es ist, trägt eine ganz erhebliche Verantwortung für das Wohlergehen "seines" Instituts, wird mit diesem identifiziert. Kritische Dritte haben dabei die unangenehme Angewohnheit, dem Beirat und seinem Vorsitzenden eher alle echten oder vermeintlichen Fehlentwicklungen, anzulasten, die sich auch bei ansonsten exzellenten Entwicklung niemals ganz vermeiden lassen, als ihn mit Lob über die Entwicklung zu bedenken. Eine gelegentlich also auch recht undankbare Aufgabe - insbesondere wenn ich etwa an die durchaus komplexe Zeit Ende 1997 bzw. Anfang 1998 denke. Sie haben auch diese, lieber Herr Huber, mit Bravour gemeistert und uns dabei geholfen, dass das Institut gestärkt und mit neuem Ansporn seine wissenschaftliche Zukunft angehen kann. Insofern hoffe ich, sind Sie über die Jahre auch ein wenig entschädigt worden, für die harte und diffizile Arbeit, die Sie für das MBI auf sich genommen haben. Ich hoffe - nein ich bin sicher - Sie haben auch als Wissenschaftler gelegentlich Freude an dem einen oder anderen Forschungsprojekt unseres Hauses gehabt. Und als Wissenschaftsberater dürfen Sie stolz sein auf die stetig positive Entwicklung des MBI. Sie manifestiert sich in zunehmend beachteten Forschungsergebnisse und lässt sich an einer steigenden Zahl von Publikationen, Patenten, Industriekontakten und Vortragseinladungen wie auch einer positiven Bilanz bei der Drittmitteleinwerbung ablesen - der Wissenschaftliche Beirat hat dies jüngst gerade wieder festgestellt. Dies ist nicht zuletzt auch Beleg für die segensreiche, jahrelange Arbeit des Beirats unter Ihrer Führung, lieber Herr Huber.

Mit dem heutigen Festkolloquium möchten wir Ihnen unseren tief empfundenen Dank dafür aussprechen.

Die heutigen Festredner brauche ich Ihnen ja fast nicht vorzustellen:

Prof. Dr. W. Demtröder kommt ursprünglich aus Bonn und Freiburg, den großen Brutstätten moderner Atomphysik in Deutschland. Seit 1970 ist er als Professor an der Universität Kaiserslautern tätig. Sein Name ist aufs engste mit der Entwicklung der modernen Laserspektroskopie verbunden, so etwa beim ersten Einsatz der kontinuierlichen Farbstofflaser für höchste Auflösung. Ich selbst verbinde mit Ihnen, Herr Demtröder, viele meiner frühen wissenschaftlichen Erfahrungen. Von Ihnen konnte ich damals in Kaiserslautern vieles lernen, wofür ich noch heute dankbar bin. Vielen sind Sie auch bekannt durch Ihre Monographien zur Laserspektroskopie und Ihr exzellentes Lehrbuch der Experimentalphysik. Dem Max Born Institut sind Sie verbunden als Mitglied des Gründungskomitees, das in der Zeit vom Herbst 1991 bis zum Herbst 1993 in intensivster Arbeit die Grundvoraussetzungen für die dann so erfolgreiche Arbeit des Wissenschaftlichen Beirats geschaffen hat. Herr Demtröder wird sprechen über:

  • Dopplerfreie Spektroskopie von Molekülen

Prof. Dr. W. Domcke ist einer der profiliertesten Theoretischen Chemiker in Deutschland - wir als Physiker würden wir ihn wohl eher als Chemischen Physiker beschreiben. Im Zentrum seines wissenschaftlichen Interesses stand vom Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn an ganz wesentlich die Dynamik molekularer Reaktionen - im Gegensatz zu vielen Quantenchemikern, die sich häufig ausschließlich auf Strukturberechnungen beschränken. Er kommt ursprünglich aus Heidelberg, wo er mit Cederbaum arbeitete, war dann Professor in München, in Düsseldorf und ist nun wieder nach München zurückgekehrt. Auch Herr Domcke ist dem MBI vielfältig verbunden. Zum einen natürlich als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender unseres heutigen Wissenschaftlichen Beirats, aber auch ganz konkret wissenschaftlich: das Thema "conical intersections", ein Konzept, das er ganz wesentlich mitgeprägt hat, ist aus unseren Diskussionen um ultraschnelle, photoinduzierte Prozesse in Molekülen und Clustern, wie wir sie experimentell am MBI untersuchen, gar nicht mehr wegzudenken. Herr Domcke wird sprechen über

  • Konische Durchschneidungen und Femtosekundendynamik

 

  öffnet ein neues Fenster zum drucken Stand: 29. Mai 2001
Verantwortlich für den Inhalt:   Prof. Dr. Ingolf Hertel; maito:hertel@mbi-berlin.de
 

Max-Born-Institut
für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie

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